Website nur eingeschränkt nutzbar
Bitte aktivieren Sie Cookies, um die Website uneingeschränkt nutzen zu können.
Kontakt & Hilfe

Für Auskünfte, Beratungen und Buchungen stehen wir Ihnen gerne telefonisch sowie persönlich zur Verfügung.

0800 888 678

(Gratisnummer)
Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr

Suchen

Suchen Sie nach Reisezielen, Hotels oder nach sonstigen Inhalten der Website.
Geben Sie mindestens 3 Buchstaben pro Suchbegriff ein.

Oman - Eine Reise ins Morgenland

Geschrieben von Anja Andreoli am 01.11.2018 in der Rubrik Reiseziele

Gemeinsam mit meiner Kollegin Vanessa plante ich meine nächsten Ferien. Obwohl Sri Lanka die Bucket List weit oben dominierte, zog es uns dann doch irgendwie, und das sehr spontan, in den verwunschenen Oman. Diese Entscheidung war ziemlich perfekt. 10 Tage lang schlossen wir uns einer Reisegruppe an und liessen uns durch beeindruckende Festungen und Paläste, Märkte, Sandwüsten und Oasen führen. In diesem Oman-Reisebericht versteckt sich der ein oder andere Geheimtipp, z.B. wo es fantastische Schokoladendatteln gibt.

Unsere Reise begann am Mittwochnachmittag. Mit der Swiss flogen wir von Zürich über Dubai nach Muskat ins Morgenland. Am Flughafen, nicht weit von Muskat entfernt, wurden wir von Mohammed, unserem Reiseleiter, sowie dem Besitzer von "Hussam Tours", in Empfang genommen. Wir lernten die anderen Teilnehmer der Oman Rundreise kennen und setzten unsere Reise ins Hotel Al Falaj fort. Unser Ziel erreichten wir am späten Abend und zu unserer Überraschung erwartete uns hier, trotz der späten Stunde, ein leckeres Abendessen.

Hauptstadtleben Muskat

Am ersten Tag unserer Rundreise erlebten wir eine spannende Stadtführung. Mit dem Bus düsten wir durch Muskat und erhielten einen ersten Einblick in das omanische Hauptstadtleben. Den ersten Halt machten wir an der Grossen Sultan-Qabus-Moschee. Für uns bedeutete das rein in die Abaya - Kopfbedeckung inkl., ist logisch, denn der Oman ist ein sehr traditionelles Land. Die Gebetsstätte wurde erst 2001 eröffnet und ist eine der grössten weltweit. Sie ist wahnsinnig imposant - von aussen wie von innen einfach majestätisch. Während Mohammed sein enormes Wissen über die Moschee und den Koran teilte, brachten wir die Auslöser unserer Kameras zum Glühen. Dieser Prunkpalast ist definitiv einen Besuch wert!

Muskat begrüsste uns mit einer glühenden Hitze, mittlerweile waren es über 40 °C – also schnell zurück in den gekühlten Bus. Nach einem Stopp am Naturhistorischen Museum und einer weiteren, spannenden Geschichtsstunde bei Mohammed, führte uns der Weg zu einem der berühmtesten Märkte der arabischen Welt, dem "Mutrah Souk". Wir schlenderten durch das Labyrinth aus Ständen, farbenprächtigen Stoffen und aromatischen Gerüchen. Wir folgten unserer Nase durch die verwinkelten Gassen und da waren sie: Schokoladendatteln. Sie schmeckten einfach himmlisch.

Nach all den fabelhaften Eindrücken war es Zeit mit der Abenddämmerung zurück ins Hotel zu fahren. Einen kurzen Fotostopp haben wir trotzdem nicht ausgelassen. Der Sultan Palast ist ein kleines Highlight, welches nicht verpasst werden darf.

Einsame Dolinen und die arabische Dhau

Der dritte Reisetag brach an und wie eigentlich jeden Morgen auf dieser Rundreise, beginnen wir unseren Ausflug um 08.30 Uhr in der Früh. Auch heute hatten wir gleich mehrere Traumziele auf der Agenda. Zunächst fuhren wir von Muskat zur ca. 1 ½ Stunden entfernten Doline, "Bimmah Sinkhole". Das Wasser im 40 Meter grossen Sandstein-Krater glitzerte blaugrün in der Sonne und obwohl die Doline bei den heissen Temperaturen zum Baden einlud, schoben wir diesen Gedanken beiseite und schossen Fotos, um diesen wunderbaren Ort für die Ewigkeit festzuhalten.

Abfahrt! Nächster Halt: Sur. Wir fuhren eine knappe Stunde in die östlichste Stadt der arabischen Welt. Nach einer kurzen Rundfahrt erhielten wir einen perfekten Überblick über die antike Hafenstadt. Den Bus verliessen wir allerdings erst an der Dhau-Werft. Die Werft ist die letzte im Oman und eine der wenigen weltweit, die orientalische, in Handarbeit gefertigte Holzboote herstellt. Eine Bauanleitung gibt es nicht und trotzdem wurde die Vorgehensweise über Jahrhunderte perfektioniert. Die Geschichte der Holzboote lässt sich wunderbar im Museum der Meereskunde zurückverfolgen.

An diesem Tag blieben wir in Sur und bezogen unser zweites Hotel, das Hotel Sur Plaza. Das Tagesprogramm lockte uns mit etwas Freizeit hinaus in das Stadtleben. Sur beeindruckt nicht nur mit den traditionellen Booten, sondern auch mit schönen Sandstränden, kleinen Häusern und einer wunderschönen Hafenpromenade.

Ein erstes Abenteuer – Farewell Schildkrötenbaby

Nach dem Abendessen stiegen wir erneut mit den anderen Teilnehmern der Rundreise in den Bus Richtung Ras Al Hadd. Es ist dunkel, Sightseeing im Fischerdorf ist somit nicht eingeplant. Vielmehr wollen wir zum Turtle Reserve, um Schildkröten bei der Eiablage zu beobachten. Dieses Naturwunder haben sich allerdings auch andere Personen auf ihre Reiseagenda geschrieben, also warteten wir eine gute Stunde bevor wir mit einem Ranger, der glücklicherweise mit einer Taschenlampe ausgerüstet war, den Strand betraten. Die Aufregung war gross, denn obwohl die Eiablage fast täglich passiert, wussten wir nicht, ob wir Babyschildkröten auf ihrem Weg ins erste grosse Abenteuer sehen würden oder nicht.

Die Babyschildkröten sind auf ihrem Weg ins Meer komplett auf sich alleine gestellt, denn Mama-Schildkröte bewegt sich nur zur Eiablage aus ihrem natürlichen Habitat, dem Meer. Das ganze Spektakel dauert rund zwei Stunden, bevor sie den Strand wieder verlässt. Die Brutzeit hingegen dauert 55 Tage. Wir konnten uns glücklich schätzen, denn wir erlebten wie eine riesige Schildkröte dabei war ihre Eier zu legen, eine Andere vergrub ihre Eier im Sand und eine Dritte war bereits auf ihrem Weg zurück ins Meer. Es war magisch und ein unglaublich schönes Erlebnis.

Uns sind einige frisch geschlüpfte junge Schildkröten aufgefallen, welche den falschen Weg vom Strand in Richtung Strasse gewählt hatten. Die verwirrten Schildkrötenbabys wurden aber alle eingesammelt und zurück zum Strand und auf den Weg in Richtung Meer gebracht.

Grüne Oasen und andere Wüstenabenteuer

Der Oman ist bekannt für seine Oasen in ausgetrockneten Flussbetten mit warmen Naturpools, umrandet von grünen Palmen. An unserem vierten Tag in diesem märchenhaften Land, erkundeten wir die wohl schönste Oase des Omans, Wadi Bani Khalid, mitten im Hajar Gebirge. Nach einer zweistündigen Bustour ab Sur waren wir auch schon da. Ein glasklares Wasserbecken eingebettet in einem weissen Felstal erwartete uns. Wir spazierten durch die Oase und liessen dieses wunderschöne Bild auf uns wirken. Einige unserer Reisegefährten nutzten die Gelegenheit und gönnten sich eine angenehme Abkühlung im Wasser. Wir hingegen genossen das Picknick, welches Hussam und Mohammed für uns alle organisiert hatten.

Zurück im Bus ging es auch schon weiter in die Wahiba Sands. Angekommen liessen wir den Bus links liegen und begrüssten unser neues Gefährt, den 4x4 Geländewagen. Vorbei an Sanddünen und Kamelen gelangten wir zu unserem Nachtlager, das Arabian Oryx Camp in der Wüste. Ein Zelthotel mit dem Charme eines beduinischen Lagers. Die Magie des Wüstenzaubers hat uns direkt gepackt. Alles war wahnsinnig aufregend und noch am selben Tag brachen wir auf in eine abenteuerliche Fahrt mit dem Geländewagen durch die Wüste und über die Sanddünen hinweg. Es war ein grossartiges Erlebnis und besonders der Moment, als die Sonne langsam im Wüstenmeer unterging, wird mir lange in Erinnerung bleiben.

Omanische Wohnkultur

Das Land aus 1001 Nacht hat viele faszinierende Sehenswürdigkeiten. Das Schloss von Jabrin ist eines davon. Es ist ein prächtiger Lehmpalast, der auf uns eher wie eine Festung wirkt. Das UNESCO Kulturerbe ist ein kleines Schmuckstück aus dem 17. Jahrhundert. Im Inneren des Schlosses zeigt sich traditionelle omanische Wohnkultur und der Ausblick von der Terrasse auf das angrenzende Hajar Gebirge ist einmalig.

Nach der Besichtigung fuhren wir für einen kurzen Fotostopp weiter zum Bahla Fort. Ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe auf unserer Reiseagenda. Die Festung gilt als grösstes Lehmfort Omans und ist wahnsinnig eindrücklich.

Auch an diesem Tag wartete ein Ausflug mit dem Geländewagen auf uns. Ziel: Jebel Shams. Der höchste Berg des Omans im Dschabal al-Achdar Gebirge. Den kleinen Temperatursturz von 40°C auf 25°C spürten wir direkt und es fühlte sich im ersten Moment fast kalt an. Die Gegend wird zurecht als "Grand Canyon" des Omans genannt - die Aussicht ist spektakulär!

Nizwa

Am sechsten Tag unserer Rundreise besuchten wir den traditionellen Souk von Nizwa. Der Markt ist riesig und die Eindrücke vielfältig. Datteln, Früchte, Gemüse, Silberwaren, Töpfereien und vieles mehr. Es ist jedes Mal irgendwie magisch durch die Gassen der Souks zu schlendern, denn man weiss nie, welche Schätze einem am nächsten Stand erwarten.

Unseren Aufenthalt in der modernen Stadt im Norden des Omans beendeten wir mit einem Besuch in der imposanten Festung von Nizwa. Hier bot sich uns eine traumhafte Aussicht über die Stadt und das Gebirge.

Bis zur nächsten Rundreise. Mein Fazit.

Meine erste Rundreise mit einer Gruppe hat mir wahnsinnig gut gefallen. Wir waren eine klasse Truppe von 20 Reisenden und wir haben uns alle prächtig miteinander verstanden. Die Erfahrungen, die ich auf dieser Reise sammeln konnte, waren einmalig. Durch Mohammed, dem Reiseleiter, und Hussam habe ich einen tiefen Einblick in die omanische Geschichte und Kultur erhalten – einen Einblick, den ich aus Geschichtsbüchern und Kulturstudien, nie erhalten würde. Es war eine super Erfahrung für mich und ich werde mit Sicherheit wieder eine Rundreise buchen.

100 von 100 Punkten!